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Mythos Einzelhaltung? Katzen sind keine Einzelgänger!



Für Katzenfans ist natürlich kaum etwas niedlicher als ein kleines Katzenbaby

Der Entschluss, sich ein Kätzchen anzuschaffen, ist deshalb oft spontan und schnell gefasst.


Mehrmals in der Woche melden sich Interessenten bei uns, die aus Unwissenheit heraus, jedoch nur einem einzelnen Kätzchen ein Zuhause geben wollen. Immer wieder erklären wir, dass wir keine Kitten in Einzelhaltung abgeben, da diese Haltung keinesfalls artgerecht ist.



Wir erklären hier gerne die Gründe nocheinmal etwas ausführlicher:


In den ersten Wochen und Monaten ist es für die Kätzchen besonders wichtig, soziale Kontakte zu Artgenossen zu haben um die katzentypische Kommunikation zur erlernen.

Viele adoptieren unüberlegt ein einzelnes Kätzchen, weil sie glauben, dass es dann anhänglicher wird.


Jedoch ist das Gegenteil der Fall!


Denn wenn junge Katzen vereinsamen, können sie schwere Verhaltensstörungen und Depressionen entwickeln. Wenn die Katzenwelpen im Alter von 12 Wochen ihre Mutter verlassen, ist ihre Sozialisation längst nicht abgeschlossen. Der Kontakt zu gleichaltrigen Katzen, mit denen sie spielen, raufen und kuscheln können, ist für sie daher essentiell. Katzen lernen dabei wichtige Verhaltensweisen, um glücklich und gesund aufzuwachsen.

Wächst eine kleine Katze in Einzelhaltung auf und kann ihrem Bedürfnis nach Interaktion mit gleichaltrigen Kätzchen nicht nachkommen, kann es passieren, dass sie stattdessen Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Vielleicht wird sie versuchen, die spielerischen Kämpfe, die sie eigentlich mit ihren Artgenossen übt, an ihren Menschen zu erproben. Das ist durchaus schmerzhaft und wird oft als aggressives Verhalten gedeutet.


Mehr Katzen, mehr Arbeit? Nein! Mehr Katzen, mehr Liebe!


Das einmal vorweg. Verantwortung bedeutet immer auch Arbeit. Wem das nicht bewusst ist, für den gilt: ,,Hände weg von fühlenden Lebewesen". Wenn du deine Katze als reine Wohnungskatze hältst, braucht sie sehr viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit- Vor allem im Kittenalter. Die musst alleine Du ihr geben. Sie ist zu 100% von dir abhängig! Durch den Garten tigern, auf Bäume klettern und Mäuse jagen – all das fällt bei der Wohnungshaltung weg. Hier liegt es an dir, Ersatz zu schaffen mit Kratzbäumen und ausgiebigen Spielmöglichkeiten. Und du musst die Rolle einer Partnerkatze voll übernehmen. Aber natürlich kannst du deine Katze nicht rund um die Uhr bespaßen. Auch wenn Katzen viel schlafen, langweilen sie sich dennoch, wenn sie den ganzen Tag allein sind. Das Problem hast du im Mehrkatzenhaushalt nicht und da sprechen wir als Katzenzüchter mit vielen Katzen und einem funktionierenden Mehrkatzenhaushalt, aus Erfahrung. Denn deine Katzen können untereinander spielen und kuscheln und sind nicht so schnell einsam. Und mal ehrlich, dies zu beobachten ist einfach nur herzallerliebst. Man spürt einfach, dass es das Richtige ist!

Dann brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du sie in Ausnahmen mal über Nacht allein lässt – natürlich immer mit ausreichend Futter und Wasser.

Zwei Katzen die gut harmonieren, sind leichter zu halten als eine Einzelkatze.





Merke und sei dir bewusst:

Tiere können uns leider nicht sagen, wenn es ihnen nicht gut geht.



Deine Katze in Einzelhaltung mag zufrieden und entspannt wirken, während sie in Wirklichkeit still vor sich hin leidet, sich zurückzieht und nur noch schläft. Andere mögliche Folgen treten vielleicht erst später auf: Unsauberkeit, Zerkratzen von Tapeten oder sogar aggressives Verhalten gegen den Menschen. Auch exzessives Wundlecken und andere Störungen im Verhalten bis hin zu Depressionen und Lethargie treten auf. Der Kontakt zu dir oder einem anderen Haustier wie einem Hund kann den Umgang mit Artgenossen niemals ersetzen. Schließlich sprechen du oder dein Hund eine ganz andere Sprache als die Fellnasen. Wir Menschen brauchen ja auch Menschen. Wir wollen auch nicht nur eine Katze als Partner. Es gibt allerdings durchaus Katzen, die reine Einzelkatzen sind. Zum Beispiel, wenn sie schon als Kitten nicht ausreichend sozialisiert wurden, weil sie zu früh vom Wurf getrennt worden sind. Das ist bei Katzen aus einem seriösen und fachlich kompetenten Züchterhaushalt aber niemals der Fall. Auch wenn du eine ältere Katze hast, die schon lange allein lebt, ist eine Vergesellschaftung riskant. Solche Tiere sind mitunter allein zufriedener und sollten dann tatsächlich besser einzeln gehalten werden. Dennoch kann die Vergesellschaftung einen Versuch wert sein – so mancher Stubentiger blüht durch eine Partnerkatze regelrecht auf. Vielleicht hat deine Katze schon einmal Ärger mit der Nachbarskatze gehabt und du denkst jetzt, sie würde sich nicht mit anderen Katzen verstehen. Oder du hast sogar schon versucht, zwei Katzen zusammen zu halten und es hat nicht funktioniert. Das ist nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass deine Katze eine Einzelkatze ist. Eine neue Katze wird immer zunächst als Eindringling gesehen. Manche Katzen brauchen Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Da ist es ganz normal, wenn es zunächst zu Streitigkeiten kommt. Aber wir haben auch mehrere Katzen und trotzdem ist die Nachbarskatze ja nicht bei denen hier erwünscht 😉

Natürlich gibt es Katzen, die lebenslang allein in der Wohnung gehalten wurden.

Aber der Ausspruch, dass sie damit glücklich seien, weil sie gut versorgt, beschmust und regelmäßig einem Tierarzt vorgestellt wurden, bedeutet doch nicht, dass die Katze damit auch wirklich glücklich ist.

Frag dich ehrlich: Bist du nur glücklich oder ist es deine Katze auch?

Kannst du ihr in ihrer Abhängigkeit von Dir, ihr Leben so erfüllt gestalten, obwohl deiner Katze das natürliche Recht verwehrt bleibt, einen Partner im Leben zu haben....

Vielleicht hat sie sich auch einfach mit ihrem Schicksal abgefunden.

Wir hören Sätze, dass alle Bekannten auch nur eine Katze haben, aber sind die Samtpfoten deshalb glücklich?

Wie wäre es den Katzen denn ergangen, hätten sie Artgenossen zum Austausch, zum spielen, zum kuscheln gehabt. Woran misst man denn Glück, wenn nicht an geteilten Momenten. Und ist es nicht hochegoistisch von uns Katzen in Einzelhaft zu halten, ohne dass sie jemals die Chance haben, einen Partner im Leben zu haben?


Hand aufs Herz: Wie würden Sie sich fühlen, wenn sie ein Leben lang ohne menschlichen Kontakt, zum Beispiel nur unter Katzen verbringen müssten? Sie mögen diese, aber sind es Gleichgesinnte, mit denen man auf gewohnte Art und Weise kommunizieren kann?

Würden Sie nicht irgendwann verzweifeln?


Bitte ermöglichen Sie Ihrer Katze eine artgerechte Lebensweise, so lange dies möglich ist


Hier mal ein paar Beispiele:

Flitzen Sie mit Ihrer Katze den Kratzbaum hinauf und hinunter, schlecken ihr übers Fell oder fauchen sie auch mal an? Schlafen Sie die ganze Nacht mit ihr in einem kleinen Kratzbaumhäuschen?

Jagen Sie ihre Katze durch die Wohnung und lassen Sie sich jagen ( Klingt genauso absurd und unnatürlich, wie es sich auch anfühlt, richtig?)

Doch Katzen brauchen das Jagdspiel. Jagen stellt eine selbstbelohnende Tätigkeit dar.

Können Sie Ihrer Katze rund um die Uhr Ansprache bieten?

Nein, denn kein Mensch, egal wie groß Fürsorge und Liebe sind, kann einen Katzenpartner ersetzen oder Stunde um Stunde zu Hause verbringen und sich mit seinem Tier beschäftigen. Auch deshalb brauchen Katzen Artgenossen. Verhaltensforscher haben bestätigt. Katzen sind sehr gesellige Zeitgenossen und pflegen auch untereinander freundschaftliche Beziehungen. Selbst wildlebende Katzen bewegen sich in kleinen Gruppen oder ganzen Kolonien, und diese dürfen es sich aussuchen.


Schauen Sie doch einfach einmal zwei Katzenbabys zu, wenn diese miteinander spielen, raufen, sich jagen oder kuscheln. Das kann kein Mensch ersetzen.


Und hätten Sie nicht auch irgendwie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie täglich mehrere Stunden außer Haus sind und die Katze mal wieder allein ist? Und, um das vorwegzunehmen, nein, Katze möchte nicht die ganze Zeit schlafen.

Auch wenn sie dies sehr gern tun, finden auch Katzen es viel schöner, wenn dann ein Artgenosse bei ihnen ist oder sie zwischendurch auch mal toben können. Katzen können von Null auf Hundert hochschalten.

Aber wenn uns immerzu langweilig wäre, würde wir wahrscheinlich auch schlafen


Was passiert genau

  • Es kann sich eine spätere Unverträglichkeit mit Katzen zeigen, denn die Chance auf die wichtige Sozialisierung wurde genommen und die Katzentypische Kommunikation wird verlernt.

  • Ihre Katze protestiert und zeigt dies durch Unsauberkeit

  • Ihre Katze kratzt und beißt Sie beim Spielen, was nicht wirklich angenehm ist. Aber sie versucht nur so mit Ihnen zu spielen, wie sie dies mit einem Artgenossen tun würde! Dies zeigt also keine Aggressionen, sondern ganz natürliches Verhalten.

  • Auch Übergewicht ist oft eine Folge von Einzelhaltung in der Wohnung, da die Katze aufgrund von Langeweile und Frust mehr zu sich nimmt, oder vom Besitzer, weil ihm die Katze so leid tut, wenn er mal wieder weg muss, ständig Leckerchen bekommt.

  • Auch Zerstörungswut bleibt oft nicht aus, um eine Beschäftigung zu haben.

  • Auch auf kleinste Veränderungen kann die Katze negativ reagieren.


Auch im Inneren passiert nichts Gutes! Denn Katzen aus Einzelhaltung neigen zu starken Depressionen. (Dazu gibt es genügend Studien. Immer bitte den Wissenschaftlern glauben!)

Oftmals haben diese Tiere aber auch einfach schon resigniert, sich in ihr Schicksal ergeben. Vielleicht ist der Tierhalter dann der Meinung, dass es ihnen doch an nichts fehlt. Das die Katze es schön findet, den ganzen Tag auf der Heizung zu dösen und hinaus zu sehen. Die Eigenschaften einer Katze sind aber doch wesentlich breiter gefächert. Oftmals können sogar Katzen, die lange alleine leben mussten, noch sozialisiert werden.


Und Sie glauben gar nicht, wie diese Tiere dann aufleben und aufblühen!!!


Wir haben diese Erfahrungen im Laufe unserer Vermittlungen gemacht und würden deshalb nie wieder eine Katze in Einzelhaltung vermitteln.

BITTE, nehmen Sie den Katzen nicht das Wichtigste, nämlich Artgenossen. Und wenn Sie auf Biegen und Brechen nur eine Katze halten möchten, dann bitte eine ältere, die bereits durch Einzelhaltung absolut unverträglich geworden ist.

Die gibt es leider zuhauf.

Bitte denken Sie einmal voller Empathie für das Lebenwesen, was zu 100% von ihren Entscheidungen abhängig sein wird, darüber nach.

Ihre Lieblinge werden es Ihnen danken.


Zum Schluss ein Zitat aus dem Tierschutzgesetz § 2

Wer ein Tier hält muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.







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